06221.18715652 info@rolling-chocolate.de

Damit hätte wohl keiner gerechnet, am wenigsten wohl die Heidelberger Rollstuhlbasketballer selbst. Gegen gerade einmal fünf angereiste Akteure des RSV Basket Salzburg, unterlagen die zuvor zu Hause noch ungeschlagenen Kurpfälzer am Ende überraschend und das auch noch recht deutlich mit 56:67.

Das erste Heimspiel der Rückrunde für die Rolling Chocolate in der 2. Bundesliga Süd im SZ Süd begann eigentlich unter guten Vorzeichen für die Kirchheimer. Vor gut gefüllten Rängen trafen die Neckarstädter auf einen stark ersatzgeschwächten Gegner, der mit Petr Tucek und Radim Reichl gleich auf beide sonst etatmäßigen Center verzichten musste.

Zu Beginn verlief die Partie noch sehr ausgeglichen. Nach dem 1. Viertel stand es 19:22. Bis zum Seitenwechsel zogen dann aber die Gäste aus Österreich überraschend davon. Während das Heidelberger Angriff-Spiel nicht so richtig in die Gänge kam, nutzten die Mozartstädter jede sich bietende Lücke in der Defense der Chocolate konsequent aus und kamen vor allem gegen die aggressive Man-Man-Verteidigung der Hausherren durch intelligentes Blockspiel zu einfachen Punkten. Am Ende hatten alle fünf Salzburger mindestens 8 Punkte auf dem Tableau, eine sehenswerte und geschlossene Mannschaftsleistung. Bei den Hausherren hingegen konnte niemand so richtig das Spiel an sich reißen.

Topscorer Ralf Schwarz kam zwar trotz Sonderbewachung noch auf 17 Zähler und Flügelspieler Ugur Savluk zeigte sich mit 12 Punkten sicher aus der Distanz, doch in der Summe waren die Gäste aus Österreich immer eine Nasenlänge vorne. So gingen die Rolling Chocolate bereits ziemlich frustriert mit einem 33:42-Rückstand in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel zeigte das Kirchheimer Team von Trainerin Christa Weber, nun aus einer stabileren Zonenverteidigung heraus agierend, sein Kämpferherz und konnte den Rückstand deutlich verkürzen (48:49). Im letzten Spielabschnitt folgte dann aber ein erneuter Einbruch, da nun das unermüdliche Gäste-Team von Trainerfuchs Walter Pfaller seine ganze Erfahrung ausspielte und selbst schwierige Würfe aus der Distanz traf. Am Ende waren es die Kirchheimer, die abgekämpft wirkten, nicht die zum Durchspielen gezwungenen fünf RSV´ler. Da das 4. Viertel mit 8:18 Punkten deutlich an den RSV Basket Salzburg ging, war am Ende die erste bittere Saisonniederlage auf eigenem Parkett für die Rolling Chocolate Heidelberg (56:67) besiegelt.

Positiv zu berichten ist aber zumindest noch der Fakt, dass der aus dem Irak stammende Flüchtlingsjunge und Rolling-Chocolate-Rookie Abdullah Wahiduljamal zu seinem ersten Einsatz in der 2. Bundesliga Süd kam und dies in seinem von der „Aktion Kindertraum“ gestifteten, nagelneuen Wolturnus-Sportrollstuhl.

Tabellenplatz 2 bleibt trotz der nicht erwarteten Niederlage gegen Salzburg fest in Heidelberger Hand zumal auch der Drittplatzierte Lahn-Dill-Skywheelers überraschend in Ulm Federn lassen musste.

Wir haben heute in fast allen Bereichen nicht das abgerufen, was wir eigentlich drauf haben. Vielleicht waren wir uns auch ein wenig zu sicher, gegen nur fünf Gegenspieler das Spiel schon irgendwie zu gewinnen. Salzburg hat uns heute gezeigt, wie man als klarer Underdog mit unbändiger Willenskraft und fein abgestimmtem Teamplay auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner zum Erfolg kommen kann. Das sollten wir uns zum Vorbild nehmen, gerade jetzt, wo am nächsten Samstag mit den Roller Bulls Ostbelgien der Tabellenführer zu Gast an den Neckar kommt. Chocolate Trainerin Christa Weber

Pin It on Pinterest

Share This
Rolling Chocolate Logo